Radiobeitrag

98.2 Radio Paradiso:
Dirk W. Eilert als Co-Moderator im LifeCoaching-Paradies am 06.09.2007

Verbessern Sie Ihr Handicap!
– mit mentalem Training zum Erfolg

Bei meinem Können müsste ich doch mindestens Handicap … spielen!” Komt Ihnen das bekannt vor?

Was im Training noch super lief, ist im Turnier wie weggeblasen. Das ist ein häufiges Problem. Ein Grund dafür kann die falsche mentale Vorbereitung sein.

Golf ist die Sportart bei der sich die Auswirkungen eines mentalen Trainings am deutlichsten zeigen: Golf ist ein Spiel gegen oder mit sich selbst. In keinem anderen Sport wie im Golf spielen die 15 cm zwischen Ihren Ohren eine so entscheidende Rolle. Für die Umsetzung einer präzisen Technik müssen Sie bei jedem Schlag Ihre Fähigkeiten punktgenau zur Verfügung haben. Schon eine kleine Unsicherheit kann den kleinen Unterschied ausmachen, der über Erfolg oder Misserfolg, Birdie oder Boogie entscheidet.

Körper und Geist können harmonisch zusammen arbeiten oder aber sich gegenseitig behindern.

Die besten Golfspieler der Welt unterscheiden sich nach äußerlichen und technischen Merkmalen sehr, auch vom Stil her gibt es viele Variationen. Auf mentaler Ebene zeigen die Spitzenspieler aber ähnliche Merkmale: Sie können Anspannung und Konzentration kontrollieren.

Die Fähigkeit Anspannung und Konzentration kontrollieren zu können, hat Tiger Woods schon in jungen Jahren trainiert. Sein Vater lies zum Beispiel mitten in Tigers Rückschwung mit einem lauten Knall seine Tasche fallen. Seine Fähigkeit sich von nichts und niemandem ablenken zu lassen, trainierte Tiger Woods so lange, bis ihn nichts mehr in seiner Konzentration stören könnte.

90 Prozent Ihres Golfspiels werden im Kopf entschieden. Die Technik, die Sie mit Ihrem Körper eingeübt und automatisiert haben, kann leicht durch negative Gedanken und Gefühle blockiert werden. Mentales Training sollte deshalb so selbstverständlich für Sie sein wie das Training Ihrer Technik und Ihrer Kondition.

In der mentalen Vorbereitung ist die Schlagroutine der wichtigste Bestandteil eines guten Golfspiels. Beobachten Sie einmal einen Tourprofessional. Sie werden feststellen, dass er vor einem Schlag immer wieder die gleichen Bewegungen ausführt. Er hat ein festes Ritual zur körperlichen und geistigen Sammlung. Je präziser und fließender dieses Ritual ist, desto besser wird der Schlag.

Haben Sie eine Schlagroutine, die Sie konsequent einhalten? Gibt es einen bestimmten Handlungsablauf, den Sie bei jedem Schlag durchführen, egal ob Sie in Eile sind oder nicht? Ihre Schlagroutine sollte wirklich eine Routine sein. Das heißt, sie sollte absolut automatisch ablaufen, ohne dass Sie darüber nachdenken müssen. Denn Ihr bewusstes Denken ist viel zu langsam, um Sie durch den Schlag zu führen.

Die eigentliche Technik haben Sie bereits mit Ihrem Pro eingeübt. Nun geht es darum den Schlag mit einer konkreten Zielvorgabe auszuführen. Und genau dies erreichen Sie durch die richtige Schlagroutine. Diese beginnt schon, bevor Sie den Schläger in die Hand nehmen und endet erst dann, wenn Sie ihn zurück in ihr Bag stecken.

Die Schlagroutine, die Sie heute kennen lernen, hat 7 Schritte.

Die Schlagroutine, die Sie heute kennen lernen, hat 7 Schritte.

Hier geht es um die Wahl Ihrer Strategie: Wie weit wollen Sie den Ball schlagen? In welche Richtung? Und wie groß ist der Bereich, den sie treffen wollen? Zielen Sie zum Beispiel direkt auf die Fahne oder auf einen größeren Bereich auf dem Grün?

Wählen Sie sich vor jedem Schlag einen ganz konkreten Zielpunkt oder ein Zielgebiet aus. Dabei sollte dieses Ziel natürlich realistisch sein. Es sollte also Ihren Fähigkeiten und den Gegebenheiten auf dem Platz angepasst sein.

Schritt 2: Wählen Sie der Zielsetzung entsprechend den passenden Schläger aus!

Achten Sie darauf, dass Sie diese Entscheidung nicht nur im Kopf treffen, sondern dabei auch auf Ihre Intuition, Ihr Bauchgefühl hören. Ihr Unterbewusstsein kann die richtige Entscheidung wesentlich schneller als Ihr bewusster Verstand fällen.

Wenn Sie das geringste Unsicherheitsgefühl spüren, dann überdenken sie Ihre Schlägerwahl oder auch Ihre Zielsetzung. Wählen Sie einen anderen Schläger oder ändern Sie Ihre Zielsetzung – bis Sie sich mit Ihrer Entscheidung gut und sicher fühlen. Erst dann gehen Sie zum nächsten Schritt über.

Beim dritten Schritt machen Sie aus der Zielsetzung eine Zielvorstellung.

Stellen Sie sich hinter den Ball und schauen Sie auf Ihr Ziel. Gehen Sie den Schlag mit allen Sinnen im Geiste durch. Spüren sie den Schwung. Hören Sie wie sie den Ball mit einem satten Ton treffen. Visualisieren Sie die Flugbahn und den Landepunkt. Sehen Sie Ihren Ball im Ziel.

Der vierte Schritt ist der Probeschwung.

Führen Sie den Probeschwung hinter dem Ball oder parallel zum Ball aus. Je nachdem welche Vorliebe Sie hier entwickelt haben. Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihr Schwunggefühl. Dieser Schritt dient zur körperlichen Einstimmung. Ihr Geist bleibt dabei frei und in der Gegenwart konzentriert.

Schritt 5: Das Ansprechen des Balles

Richten Sie sich und ihr Schlägerblatt auf das Ziel aus.

Sie haben jetzt alles getan, was Sie bewusst tun konnten, um sich optimal vorzubereiten. Sie sind nun geistig und körperlich voll auf den Schlag eingestimmt. Übergeben Sie beim Ansprechen des Balles die Ausführung vertrauensvoll Ihrem Körper und Ihrem Unterbewusstsein.

Der sechste Schritt ist der eigentliche Schwung.

Schauen Sie noch ein letztes Mal auf den Zielpunkt, ziehen sie dann Ihre Aufmerksamkeit ab und richten Sie diese auf den Ball und Ihren Körper.

Atmen Sie tief ein und aus. Lassen Sie mit der Ausatmung alle Anspannung los und beginnen Sie mit dem nächsten Einatmen den Aufschwung…

Der siebente Schritt folgt nach Ihrem Schlag. Er ist ein kurzes gedankliches Feedback.

Wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben, dann loben Sie sich.

Wenn Sie es nicht erreicht haben, dann machen Sie eine Kurzanalyse: Waren es mentale oder körperliche Störfaktoren? Was war es genau? Wenn Sie die Störfaktoren erkannt haben, dann korrigieren Sie diese beim nächsten Schlag. Und auch wenn Sie die Störfaktoren nicht erkannt haben, haken Sie den Schlag ab und gehen Sie zum nächsten Schlag.

Alles in allem dauert diese Schlagroutine nur eine halbe bis eine Minute. Es erfordert aber einige Übung, bis sie automatisch und fließend abläuft. Eine gute Routine, die Sie konsequent bei jedem Schlag durchführen, kann allerdings Ihr Handicap erheblich verbessern.

Achten sie deshalb bei Ihrer nächsten Runde auf Ihre derzeitige Routine. Arbeiten Sie an ihr, bis Sie für sie angenehm ist und zu Ihnen passt. Und lassen Sie sich nicht von Ihrer Routine abhalten und kürzen Sie sie auch nicht ab – egal wie einfach der nächste Schlag oder Putt auch sein mag.

Weitere Radio-Beiträge finden Sie hier in Textform (2002-2011) und zum Anhören (2013-heute).

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