Radiobeitrag

98.2 Radio Paradiso:
Dirk W. Eilert als Co-Moderator im LifeCoaching-Paradies am 26. Oktober 2006

Den inneren Schweinehund überlisten
– so motivieren Sie sich für ungeliebte Tätigkeiten

Heute lernen Sie eine Methode kennen, mit der Sie sich für ungeliebte Tätigkeiten motivieren können.

Sei es nun, dass es darum geht die Steuererklärung zu machen oder vielleicht darum, dass Sie regelmäßig Ihr Sportprogramm durchführen wollen.

Die entscheidende Entdeckung der Motivationspsychologie ist es, dass wir Menschen nicht auf die äußere Wirklichkeit reagieren, sondern auf unsere Vorstellung davon.

Ein Beispiel: Es gibt Menschen, die sehr motiviert sind, sich regelmäßig sportlich zu betätigen. Das hängt zum einen natürlich mit den Werten und Motiven zusammen, die ein Mensch hat, aber zum anderen, und das ist der Wesentliche Punkt, welche Bedeutung die Person der sportlichen Betätigung gibt. Die eine nicht-motivierte Person verbindet damit vielleicht Anstrengung und Langeweile, und die andere motivierte Person, Energie und Lebendigkeit.

Die entscheidende Frage, wenn es darum geht, dass Sie sich für eine bestimmte Tätigkeit motivieren wollen, ist also:
Wie können Sie die Bedeutung, die Sie dieser Tätigkeit geben, wirkungsvoll verändern?

Wir Menschen nehmen die Welt durch unsere fünf Sinne wahr: Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen. Indem wir unsere fünf Sinne benutzen, nehmen wir Informationen aus der äußeren Welt auf, und unter der Verwendung derselben fünf Sinne wird die Information intern verarbeitet. Wir sehen innerlich Bilder, hören Geräusche und Klänge und haben Gefühle. Diese inneren Bilder, Geräusche und Gefühle sind quasi eine Kopie der äußeren Welt. Eine Kopie, die allerdings nicht dem Original entspricht, sondern der Sie – meistens unbewusst – Ihre eigene Gestaltung verliehen haben. Und diese Gestaltung entscheidet darüber, wie Sie sich bei dem entsprechenden Gedanken fühlen, ob Sie zum Beispiel motiviert sind oder nicht.

In Forschungen hat man herausgefunden, dass der Grad der Freude, die Sie bei einer Erinnerung empfinden, nicht von der Erinnerung an sich abhängt, sondern vielmehr davon, welche Farbe, Größe, Helligkeit und Entfernung Ihr inneres Bild hat. Nennen wir diese Faktoren einfach Gestaltungsmerkmale.

Ob Sie also unmotiviert oder motiviert für eine bestimmte Tätigkeit sind, hängt nicht von der Tätigkeit an sich ab, sondern davon welche inneren Gestaltungsmerkmale Sie mit Ihrer Vorstellung von der Tätigkeit verbinden. Denn mit der Veränderung der Gestaltungsmerkmale verändert sich auch die Bedeutung, die Sie der Tätigkeit geben.

Die inneren Gestaltungsmerkmale einer Vorstellung entscheiden also darüber, welche Bedeutung Sie dieser Vorstellung geben und dementsprechend auch wie Sie sich in Bezug auf diese Vorstellung fühlen.

Diese inneren Gestaltungsmerkmale sind meistens unbewusst. Der erste Schritt, wenn es darum geht zu verstehen wie diese Gestaltungsmerkmale auf unser Gefühlsleben wirken, ist die Erfahrung, dass sie tatsächlich existieren. Lassen Sie uns dafür einen Blick auf unsere tägliche Sprache werfen.

Einige Beispiele aus dem Sehkanal:

  • Die Zukunft sieht düster aus.
  • Als Du das sagtest, habe ich Rot gesehen.
  • Dieses Problem erscheint mir eine Nummer zu groß.

Aus dem Hörkanal:

  • Er ist etwas aus dem Takt gekommen.
  • Wir haben die gleiche Wellenlänge.
  • Ich kann diesen weinerlichen Teil in mir nicht ausstehen

Und aus dem Fühlkanal:

  • Er ist ein schleimiger Typ.
  • Der ist ja scharf.
  • Irgendetwas drückt mir auf’s Gemüt.

Die inneren Gestaltungsmerkmale sind also unser täglicher Begleiter, nur dass wir meist darauf nicht sehr achten.

Wie können Sie diese inneren Gestaltungsmerkmale nun dafür verwenden, um sich für eine ungeliebte Tätigkeit zu motivieren?

Die Methode dafür hat 3 Schritte.

Schritt 1:

Machen Sie sich jetzt bitte eine innere Vorstellung von der Tätigkeit, für die Sie sich motivieren wollen.

Und dann fragen Sie sich und notieren sich bitte die Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Sehen Sie sich in dem Bild selbst von außen oder ist es so, als wenn Sie da wären?
  • Ist das Bild farbig oder schwarz-weiß?
  • Ist es heller oder dunkler als normal?
  • Wie weit ist es entfernt?
  • Ist es größer oder kleiner als normal?
  • Ist es ein Film oder ein Standbild?
  • Hat das Bild einen Rahmen oder ist es ein Panoramabild?

Bei diesen Fragen beschränken wir uns zunächst mal auf den Sinneskanal Sehen. Für die anderen Sinneskanäle gibt es natürlich auch entsprechende Fragen. Diese finden Sie in dem Übungsblatt, welches Sie oben downloaden können.

Schritt 2:

Machen Sie sich jetzt bitte eine innere Vorstellung von der Tätigkeit, die Sie gerne machen.

Und dann fragen Sie sich und notieren sich bitte die Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Sehen Sie sich in dem Bild selbst von außen oder ist es so, als wenn Sie da wären?
  • Ist das Bild farbig oder schwarz-weiß?
  • Ist es heller oder dunkler als normal?
  • Wie weit ist es entfernt?
  • Ist es größer oder kleiner als normal?
  • Ist es ein Film oder ein Standbild?
  • Hat das Bild einen Rahmen oder ist es ein Panoramabild?

Schritt 3:

Vergleichen Sie jetzt bitte Ihre Antworten auf die Fragen für beide Vorstellungen.
Also 1. für die Tätigkeit, für die Sie sich motivieren wollen und 2. für die Tätigkeit, für die Sie schon motiviert sind. Dabei sollten Sie deutliche Unterschiede in den Gestaltungsmerkmalen erkennen.

Jetzt machen Sie bitte folgendes:
Sie bringen wieder Ihre Vorstellung von der Tätigkeit, für die Sie sich motivieren wollen auf Ihre geistige Leinwand. Und dann verändern Sie diese in den Gestaltungsmerkmalen solange bis sie aussieht wie Ihre Vorstellung von der motivierten Tätigkeit – also gleiche Farbintensität, gleiche Größe, gleiche Helligkeit usw. Überprüfen Sie bei jeder Veränderung, was mit Ihrem Gefühl passiert. Wenn Sie das gemacht haben, sollten Sie eine deutliche Veränderung in Ihrer Motivation spüren.

Weitere Radio-Beiträge finden Sie hier in Textform (2002-2011) und zum Anhören (2013-heute).

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