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Von Veröffentlicht am: 16. April 2022Kategorien: Nonverbal Dictionary0 Kommentare

„Schatz, die Kette, die sich unsere Tochter gewünscht hat, ist natürlich viel zu teuer als Geburtstagsgeschenk, stimmt’s?!“, sagen Sie im Beisein Ihrer Tochter zu Ihrer Frau oder Ihrem Mann und zwinkern ihr/ ihm dabei zu. Denn Sie haben die Kette längst besorgt, wollen das aber vor dem Kind verheimlichen. Mit diesem Signal machen Sie unter sich als Paar jedoch deutlich, dass Sie beide wissen, worum es geht. Denn unter anderem ist das Zwinkern, in der Mimikresonanz®-Profibox unter den Signalen von Augen und Nase (F2.9) zu finden, ein Komplizen-Signal.

Was Zwinkern bedeuten kann

Das Zwinkern stellt, anders als alle anderen Zeichen der Mimik, ein bewusstes, rein kommunikatives Signal dar. Im Englischen heißt es „wink“ und mit dem gleichnamigen Akronym können Sie sich die Bedeutungen merken:

  • Witz-Signal: Wir zwinkern, um eine scherzhafte Bemerkung nonverbal als Witz zu markieren oder um eine Aussage in ihrer Wirkungskraft abzuschwächen.
  • Interesse-Signal: Beim Flirten zwinkern wir, um sexuelles Interesse zu signalisieren.
  • Nähe-Signal: Es drückt auch Sympathie, Freundschaft oder Intimität aus. Beidseitiges Zwinkern kann ebenso für Nähe und Empathie stehen, z.B. wenn wir jemandem Mut zusprechen wollen.
  • Komplizen-Signal: Wir teilen ein gemeinsames Wissen, wie in dem oben erwähnten Beispiel, das anderen um uns herum nicht bekannt ist.

Dieses Signal wirkt vertrauensvoll und nah oder auch sexuell interessiert, je nach Kontext. Wird es als starkes Nähe- oder gar Komplizen-Signal zwischen zwei Menschen (oder innerhalb einer Gruppe) eingesetzt, können sich in diese Interaktion nicht eingeschlossene Personen leicht ausgegrenzt bzw. angegriffen fühlen.

So erkennen Sie Zwinkern

  • ein Auge wird zusammengekniffen
  • das Auge bleibt dabei länger als eine halbe, maximal zwei Sekunden geschlossen
  • die meisten Menschen haben eine bevorzugte Zwinker-Seite

Zwinkern in anderen Kulturen

Zwinkern hat nicht überall die gleiche Bedeutung. In der westlichen Kultur transportieren wir damit hauptsächlich Humor oder Nähe, je nach Kontext auch sexuelle Absichten. In Nigeria hingegen signalisieren Eltern ihren Kindern mit einem Zwinkern diskret, dass sie den Raum verlassen sollen, z.B. weil es ein Gespräch unter Erwachsenen ist. In China gilt es sogar als unhöflich, jemanden anzuzwinkern, und in muslimischen Ländern wird es gegenüber Frauen als beleidigende und respektlose Geste interpretiert.

Auch der digitale Zwinker-Smiley ist bei vielen nicht sonderlich beliebt, da er als herablassend interpretiert werden kann. Mit der Verwendung in Chats sollten Sie daher ebenso vorsichtig sein.

Quelle

Vincze, L., & Poggi, I. (2011). Communicative functions of eye closing behaviours. Analysis of Verbal and Nonverbal Communication and Enactment. The Processing Issues, 393-405.

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Über den Autor: Dirk W. Eilert

Dirk W. Eilert, Jahrgang 1976, ist Experte für emotionale Intelligenz und Entwickler der Mimikresonanz®-Methode sowie des emTrace®-Coachingansatzes. Als einer der führenden Mimik- und Körpersprache-Experten im deutschsprachigen Raum ist seine Expertise regelmäßig in Radio, TV und Printmedien gefragt. Dirk W. Eilert ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er lebt in Berlin und leitet dort seit 2001 die Eilert-Akademie.

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